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03. - 05. JULI 2026
4. ROMBERG FESTIVAL

Liebes Publikum, liebe Freund:innen der Musik,

ich freue mich sehr, Sie zum 4. Romberg-Festival willkommen zu heißen. Auch in diesem Jahr widmen wir uns der reichen musikalischen Tradition der Romberg-Familie und verbinden historische Perspektiven mit neuen künstlerischen Impulsen.

Ein besonderer Schwerpunkt liegt diesmal auf dem Violoncello und dem Werk Bernhard Rombergs, dessen Musik und Virtuosität die Entwicklung der Celloliteratur nachhaltig geprägt haben.

Als Composer in Residence 2026 begrüßen wir die renommierte Komponistin Konstantia Gourzi, deren poetische und ausdrucksstarke Musik unserem Festival eine besondere zeitgenössische Perspektive verleiht.

In diesem Jahr erweitern wir das Romberg-Festival außerdem um einen neuen Schwerpunkt der Nachwuchsförderung: In Kooperation mit der Musikhochschule Münster finden im August Meisterkurse für Violoncello sowie der Romberg-Cellopreis für junge Cellistinnen und Cellisten (20.–24. August) statt.

Mein herzlicher Dank gilt unserem engagierten Freundeskreis, dem Harkottener Förderverein e.V., und Ihnen, unserem treuen Publikum. Ihre Unterstützung macht dieses Festival möglich.

Ich freue mich sehr darauf, Sie beim 4. Harkottener Romberg-Festival willkommen zu heißen.

Ihr
Konstantin Manaev

Romberg Cello-Preis 2026

Der Romberg Cello-Preis ist Teil des Romberg Festivals und wird vom Förderverein Harkotten e. V. in Kooperation mit der Hochschule für Musik Münster sowie mit großzügiger Unterstützung der Stiftung der Sparkasse Münsterland Ost veranstaltet.

Der Wettbewerb richtet sich an junge Cellist*innen aus aller Welt und versteht sich als Hommage an die große westfälische Cellisten-Tradition von Bernhard und Andreas Romberg.

Meisterkurs für Violoncello

Im Rahmen des Romberg Festivals findet vom 22. bis 24. August 2026 an der Hochschule für Musik Münster ein internationaler Meisterkurs für Violoncello statt.

Der Kurs richtet sich an junge Cellist*innen aus aller Welt.

Über die Rombergs

Wunderkinder & Virtuosen

Von Expert:innen international geschätzt, beim Publikum jedoch nahezu unbekannt, sind sie absolut entdeckenswert, zwei Streicher und ein Flötist aus Westfalen, die zu ihrer Zeit europaweit tourten und dafür einen Großteil ihrer Repertoires selber komponierten, erst Wunderkinder, dann Virtuosen.

Bernhard und Andreas Romberg – Friedrich Anton von Korff

Der Cellist Bernhard Romberg (1767 Dinklage – 1841 Hamburg) und sein Cousin, der Geiger Andreas Romberg (1767 Vechta – 1821 Gotha), in Münster und weithin früh als „Wunderkinder“ gefeiert, später Quartettpartner Beethovens und Mitglieder angesehener Orchester, machten sich in ganz Europa als Virtuosen einen Namen.

Friedrich Anton von Korff (1775–1836) war mit ihnen bekannt. Der kunstsinnige „Rittergutsbesitzer“ und hohe Beamte in französischen und preußischen Diensten und seine Frau bauten das klassizistische Herrenhaus Harkotten-von Korff in Füchtorf und lebten mit ihrer Familie dort.

Streicher:innen auf der ganzen Welt kennen Bernhard und Andreas Rombergs Kompositionen, die, bis auf wenige unedierte, seit den 1990er Jahren eine Renaissance erleben. Die Vettern schrieben Konzerte für Orchester, Solo- und Kammermusiken. Andreas stellt man im 19. Jahrhundert Haydn, Mozart, Beethoven gleich. Werke von beiden sind in der Tat so qualitätvoll, dass es sich lohnt, sie zum Ausgangspunkt farbiger Konzertprogramme zu machen.

Bernhard Romberg

Bernhard Romberg, 1767 geboren, wurden schon in jungen Jahren als musikalisches Wunderkind gefeiert.
Er repräsentierte eine Familie, die das musikalische Leben in Münster über mehrere Generationen hin maßgeblich prägte. Erste Tourneen führten den Cello-Virtuosen noch im Kindesalter nach Amsterdam, Frankfurt und Paris, wo er den Größten seiner Zunft vorgestellt und zu weiteren Konzerten eingeladen wurde.

Er war Mitglied der Münsterischen und später der berühmten Bonner Hofkapelle, der auch sein Freund Beethoven angehörte. Mit dem von ihm hochgeschätzten Joseph Haydn wurde er später in Wien näher bekannt. Rombergs wichtigste Wirkungsstätten waren Hamburg, Paris, wo er am Konversatorium unterrichtete, und Berlin. Dort hatte er im Umfeld des Königshauses den Rang eines Hofkapellmeisters inne. Mehrere Jahre lebte er, von der Zarenfamilie hochgeehrt, in Russland.

Auf zahlreichen internationalen Solo-Konzertreisen wurde Romberg als bedeutendster Cellist seiner Zeit gefeiert. Er spielte in den bekanntesten Konzerthäusern seiner Zeit und vor den höchsten staatlichen und gesellschaftlichen Repräsentanten. In seiner späten Lebensphase verfasste er eine noch heute hochgeschätzte Violoncell-Schule für den Cellounterricht. Romberg komponierte Opern, Symphonien und. zahlreiche Werke für kammermusikalische Besetzungen. An der Entwicklung des Cellospiels im 19. Jahrhundert hatte er großen Anteil. Er starb 1841 in Hamburg.

Andreas Romberg

Andreas Romberg, geboren 1767, ist neben seinem Cousin Bernhard das  bekannteste Mitglied der Münsterischen Musikerfamilie Romberg. Im Gegensatz zu Bernhard, der sich als Cellist europaweit einen Namen als Konzertvirtuose machte, verlegte sich Andreas bei seinem Instrument, der Geige, aufs Komponieren. In den ersten dreißig Jahren ihres Lebens verliefen die Karrieren der beiden „Brüder im Geiste“ nahezu parallel. Sie umfassen frühe Konzerte der „Wunderkinder“ unter anderem in Amsterdam und Paris, erste eigene Kompositionen, die Mitgliedschaft in der Münsterischen und später Bonner Hofkapelle, eine Anstellung am Deutschen Theater in Hamburg und musikalische Bildungsreisen in den europäischen Süden.

Ab 1799 begann Andreas Romberg, seine Werke planmäßig herauszugeben, womit er seinen Lebensunterhalt bestreiten konnte. Dies änderte sich durch die Napoleonische Invasion, die das Musikleben Hamburgs zum Erliegen brachte. Im Frühjahr 1815 nahm Andreas eine Stellung als Konzertmeister der Hofkapelle in Gotha an, die er bis zu seinem Tod 1821 innehatte. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts wurden seine Kompositionen auf eine Stufe mit denen Haydns, Mozarts und Beethovens gestellt. Besondere Bekanntheit erlangte seine Vertonung von Friedrich Schillers Ballade „Das Lied von der Glocke“ (1808), die sich bis in die ersten Jahrzehnte des 20. Jahrhunderts hinein großer Beliebtheit erfreute und ihm einen Ehrendoktor der Universität Kiel einbrachte.

In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts zählte Romberg zu den gefragtesten und meistgespielten Komponisten Deutschlands. Nicht nur die bekanntesten deutschen Verlage druck­ten seine Kompositionen, auch im Ausland war er vertreten. Sein Kompositionsstil orientierte sich an zeitgenössischen Vorbildern, in erster Linie an Joseph Haydn, wobei sein musikalisches Repertoire nahezu alle musikalischen
Gattungen umfasste, vom Sololied bis zu Sinfonien und Opern.

Seine größten Erfolge erzielte er mit Streichquartetten. Bis 1825 lassen sich begeistert aufgenommene Aufführungen seiner Werke in fast allen wichtigen Musikstätten Europas nachweisen. Wie die Musik einiger seiner Zeitgenossen erlebten seine Werke seit den 1990er Jahren eine Renaissance.