Liebes Publikum, liebe Freundinnen und Freunde der Musik,
ich freue mich sehr, Sie zum 4. Romberg Festival willkommen zu heißen.
Drei Tage Musik, Begegnung und besondere Orte. Im Zentrum das Violoncello und die Strahlkraft von Bernhard Romberg und Andreas Romberg, deren Klang bis heute nachwirkt.
Als Composer in Residence 2026 begrüßen wir die renommierte Komponistin Prof. Konstantia Gourzi, deren poetische und ausdrucksstarke Musik unserem Festival eine besondere zeitgenössische Perspektive verleiht.
Der Auftakt am Freitag, 3. Juli:
In Kooperation mit Summerwinds eröffnet das Luftwaffenmusikkorps Münster gemeinsam mit unseren Solisten das Romberg Festival „Klassik – Spritz“ im Annensaal Harkotten.
Am Samstag laden wir das Publikum in den Erbdrostenhof Münster zur Kammermusik auf höchstem Niveau ein. Unter dem Motto „Sekt und Saiten“ halten wir eine spritzige Überraschung bereit. Die Plätze sind begrenzt.
Am Sonntag, dem 5. Juli, folgt der Höhepunkt im Herrenhaus Harkotten mit Starcellist Jan Vogler. Auf einem historischen Bogen, den Bernhard Romberg selbst gespielt hat, interpretiert er eine Suite von Johann Sebastian Bach. Ein besonderer Moment. Einen historischen Einblick in das Leben des August Freiherr von Korff (1811 -1879) tragen uns im Anschluss an das Konzert Prof. Walter Gödden und Carsten Bender auf gewohnt unterhaltsame Art vor. Als Vorlage dient sein zeitgenössisches, höchst spannendes Tagebuch, welches er 1840 begonnen hat.
Gemeinsam mit dem international ausgezeichneten Winzer Mathias Meimberg begleitet ein besonderer Partner das Festival: Seine Sekte und Weine sind an allen drei Abenden präsent.
Mein herzlicher Dank gilt den Förderern unseres Romberg Festivals:
Freunde und Förderer des Denkmals Harkotten e. V.
Sparkassen Stiftung
Stiftung Westfaleninitiative
und Ihnen, unserem treuen Publikum. Ihre Unterstützung macht dieses Festival möglich.
Ich freue mich auf gemeinsame Tage voller Klang.
Ihr
Konstantin Manaev
Romberg Cello-Preis 2026
Der Romberg Cello-Preis ist Teil des Romberg Festivals und wird vom Förderverein Harkotten e. V. in Kooperation mit der Hochschule für Musik Münster sowie mit großzügiger Unterstützung der Stiftung der Sparkasse Münsterland Ost veranstaltet.
Der Wettbewerb richtet sich an junge Cellist*innen aus aller Welt und versteht sich als Hommage an die große westfälische Cellisten-Tradition von Bernhard Romberg.
Meisterkurs für Violoncello
Im Rahmen des Romberg Festivals findet vom 22. bis 24. August 2026 an der Hochschule für Musik Münster ein internationaler Meisterkurs für Violoncello statt.
Der Kurs richtet sich an junge Cellist*innen aus aller Welt.
Über die Rombergs
Wunderkinder & Virtuosen
Von Expert:innen international geschätzt, beim Publikum jedoch nahezu unbekannt, sind sie absolut entdeckenswert, zwei Streicher und ein Flötist aus Westfalen, die zu ihrer Zeit europaweit tourten und dafür einen Großteil ihrer Repertoires selber komponierten, erst Wunderkinder, dann Virtuosen.
Bernhard und Andreas Romberg – Friedrich Anton von Korff
Der Cellist Bernhard Romberg (1767 Dinklage – 1841 Hamburg) und sein Cousin, der Geiger Andreas Romberg (1767 Vechta – 1821 Gotha), in Münster und weithin früh als „Wunderkinder“ gefeiert, später Quartettpartner Beethovens und Mitglieder angesehener Orchester, machten sich in ganz Europa als Virtuosen einen Namen.
Friedrich Anton von Korff (1775–1836) war mit ihnen bekannt. Der kunstsinnige „Rittergutsbesitzer“ und hohe Beamte in französischen und preußischen Diensten und seine Frau bauten das klassizistische Herrenhaus Harkotten-von Korff in Füchtorf und lebten mit ihrer Familie dort.
Streicher:innen auf der ganzen Welt kennen Bernhard und Andreas Rombergs Kompositionen, die, bis auf wenige unedierte, seit den 1990er Jahren eine Renaissance erleben. Die Vettern schrieben Konzerte für Orchester, Solo- und Kammermusiken. Andreas stellt man im 19. Jahrhundert Haydn, Mozart, Beethoven gleich. Werke von beiden sind in der Tat so qualitätvoll, dass es sich lohnt, sie zum Ausgangspunkt farbiger Konzertprogramme zu machen.
Bernhard Romberg
Bernhard Romberg, 1767 geboren, wurden schon in jungen Jahren als musikalisches Wunderkind gefeiert.
Er repräsentierte eine Familie, die das musikalische Leben in Münster über mehrere Generationen hin maßgeblich prägte. Erste Tourneen führten den Cello-Virtuosen noch im Kindesalter nach Amsterdam, Frankfurt und Paris, wo er den Größten seiner Zunft vorgestellt und zu weiteren Konzerten eingeladen wurde.
Er war Mitglied der Münsterischen und später der berühmten Bonner Hofkapelle, der auch sein Freund Beethoven angehörte. Mit dem von ihm hochgeschätzten Joseph Haydn wurde er später in Wien näher bekannt. Rombergs wichtigste Wirkungsstätten waren Hamburg, Paris, wo er am Konversatorium unterrichtete, und Berlin. Dort hatte er im Umfeld des Königshauses den Rang eines Hofkapellmeisters inne. Mehrere Jahre lebte er, von der Zarenfamilie hochgeehrt, in Russland.
Auf zahlreichen internationalen Solo-Konzertreisen wurde Romberg als bedeutendster Cellist seiner Zeit gefeiert. Er spielte in den bekanntesten Konzerthäusern seiner Zeit und vor den höchsten staatlichen und gesellschaftlichen Repräsentanten. In seiner späten Lebensphase verfasste er eine noch heute hochgeschätzte Violoncell-Schule für den Cellounterricht. Romberg komponierte Opern, Symphonien und. zahlreiche Werke für kammermusikalische Besetzungen. An der Entwicklung des Cellospiels im 19. Jahrhundert hatte er großen Anteil. Er starb 1841 in Hamburg.
Andreas Romberg
Andreas Romberg, geboren 1767, ist neben seinem Cousin Bernhard das bekannteste Mitglied der Münsterischen Musikerfamilie Romberg. Im Gegensatz zu Bernhard, der sich als Cellist europaweit einen Namen als Konzertvirtuose machte, verlegte sich Andreas bei seinem Instrument, der Geige, aufs Komponieren. In den ersten dreißig Jahren ihres Lebens verliefen die Karrieren der beiden „Brüder im Geiste“ nahezu parallel. Sie umfassen frühe Konzerte der „Wunderkinder“ unter anderem in Amsterdam und Paris, erste eigene Kompositionen, die Mitgliedschaft in der Münsterischen und später Bonner Hofkapelle, eine Anstellung am Deutschen Theater in Hamburg und musikalische Bildungsreisen in den europäischen Süden.
Ab 1799 begann Andreas Romberg, seine Werke planmäßig herauszugeben, womit er seinen Lebensunterhalt bestreiten konnte. Dies änderte sich durch die Napoleonische Invasion, die das Musikleben Hamburgs zum Erliegen brachte. Im Frühjahr 1815 nahm Andreas eine Stellung als Konzertmeister der Hofkapelle in Gotha an, die er bis zu seinem Tod 1821 innehatte. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts wurden seine Kompositionen auf eine Stufe mit denen Haydns, Mozarts und Beethovens gestellt. Besondere Bekanntheit erlangte seine Vertonung von Friedrich Schillers Ballade „Das Lied von der Glocke“ (1808), die sich bis in die ersten Jahrzehnte des 20. Jahrhunderts hinein großer Beliebtheit erfreute und ihm einen Ehrendoktor der Universität Kiel einbrachte.
In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts zählte Romberg zu den gefragtesten und meistgespielten Komponisten Deutschlands. Nicht nur die bekanntesten deutschen Verlage druckten seine Kompositionen, auch im Ausland war er vertreten. Sein Kompositionsstil orientierte sich an zeitgenössischen Vorbildern, in erster Linie an Joseph Haydn, wobei sein musikalisches Repertoire nahezu alle musikalischen
Gattungen umfasste, vom Sololied bis zu Sinfonien und Opern.
Seine größten Erfolge erzielte er mit Streichquartetten. Bis 1825 lassen sich begeistert aufgenommene Aufführungen seiner Werke in fast allen wichtigen Musikstätten Europas nachweisen. Wie die Musik einiger seiner Zeitgenossen erlebten seine Werke seit den 1990er Jahren eine Renaissance.
